Dr. phil. Amina Trevisan (sie / ihr)

Portrait Amina Trevisan

Gründerin und Geschäftsführerin der psychotherapeutischen Praxis PsyAdora

Soziologin und Medizinethnologin

Sprachen: Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch
E-Mail: amina.trevisan@psyadora.ch


Über mich

Ich bin Soziologin, Medizinethnologin und Expertin für Migration, Gesundheit und Chancengleichheit. Vor meinem sozialwissenschaftlichen Studium an der Universität Basel studierte ich Psychologie an der Universität Zürich. Während meines Doktorats absolvierte ich zudem Basiskurse in Psychotherapie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

Seit vielen Jahren beschäftigt mich die Frage, wie gesellschaftliche Bedingungen die psychische Gesundheit beeinflussen. Dieser Fragestellung widmete ich mich auch in meiner Doktorarbeit «Depression und Biographie. Krankheitserfahrungen migrierter Frauen in der Schweiz» (2020). Im Zentrum stand die Frage, in welchem sozialen Kontext die Erfahrungen von Migrantinnen zu verorten sind, die an einer Depression erkrankt sind.

Hierzu erforschte ich die Depressionserfahrungen migrierter Frauen aus Lateinamerika mithilfe biografischer Forschungsmethoden. Die befragten Migrantinnen berichteten von ihren Krankheits- und Leidenserfahrungen sowie von ihren Verarbeitungsstrategien. Dabei wurden sowohl eigene Kompetenzen als auch vielfältige Formen sozialen Leidens sichtbar, die durch gesellschaftliche Bedingungen mitverursacht sind. Anhand detaillierter Fallstudien konnte ich aufzeigen, wie Depressionserkrankungen mit gesellschaftlichen, migrationsbedingten und schichtspezifischen Faktoren zusammenhängen.

Auf der Basis dieser Forschung gründete ich im Jahr 2020 die Nonprofit Organisation Prosalute. Sie setzt sich für gesundheitliche Chancengleichheit und einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen ein.

Ausschlaggebend für mein Engagement waren neben meiner wissenschaftlichen Arbeit auch prägende biografische Erfahrungen. Meine Mutter migrierte in den 1960er-Jahren allein aus der Region Neapel in die Schweiz, mein Vater kam aus Norditalien. Als Tochter einer italienischen Arbeiter:innenfamilie erlebte ich früh, wie Migration, soziale Herkunft und Geschlecht die Lebens- und Gesundheitschancen prägen können. Diese Erfahrungen weckten mein wissenschaftliches Interesse an den Zusammenhängen zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit und motivieren mich bis heute, mich für mehr Chancengerechtigkeit im Gesundheitswesen einzusetzen.

Diese Erfahrungen wurden durch meine langjährige berufliche Tätigkeit weiter vertieft. In verschiedenen Funktionen in Wissenschaft, Beratung, Verwaltung und Zivilgesellschaft beschäftigte ich mich mit den Themen Migration, psychische Gesundheit, soziale Ungleichheit und Gesundheitsförderung. Ich arbeitete unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Migrationsbereich, als Sozialberaterin für Migrant:innen sowie Menschen mit Flucht- und Gewalterfahrung, als Studienberaterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pflegewissenschaften der Universität Basel, beim Kanton Basel-Stadt im Bereich prekäres Wohnen sowie in einer Menschenrechtsorganisation. Darüber hinaus leitete ich Projekte in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung, Migration und Gesundheit. Dieses Zusammenspiel aus persönlicher Erfahrung, wissenschaftlicher Arbeit und beruflicher Praxis prägt mein Engagement bis heute.

Mit PsyAdora verwirkliche ich die Vision, wissenschaftliche Erkenntnisse, Menschlichkeit und Chancengerechtigkeit miteinander zu verbinden. Unser Ziel ist eine psychotherapeutische Versorgung, die wissenschaftlich fundiert, qualitativ hochwertig und für Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten zugänglich ist. Denn psychische Gesundheit lässt sich nicht losgelöst von einer Person verstehen, sondern nur im Zusammenhang mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Ressourcen und den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie prägen.